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Geschichte des Kupferschieferbergbaus
Wenn wir die Vergangenheit Ilmenaus ansehen, haben sich geschichtliche Ereignisse von größerer Bedeutung in der Stadt nicht abgespielt.
Und doch hat es eine Zeit gegeben, in der reges Leben in Ilmenau pulsierte. Das Bergglöckchen, fälschlicherweise auch Bergmannskapelle genannt Das war die Zeit des Bergbaus, der Ilmenau den Charakter einer Bergstadt gab. So haben wir in Ilmenau noch die Erinnerungen an den damaligen Bergbau, wie zum Beispiel das Zechenhaus, in dem die Bergleute ihren Lohn erhielten, das Bergglöckchen das mittags 11 Uhr und abends 7 Uhr einst die Bergleute zum Beginn der Schicht rief. Manche Namen wie Münzstraße, Güldene Pforte, Saigerhütte und Schlackenhalde erinnern noch an die Zeit des Bergbaus.
Der Anfang des Bergbaus an der Sturmheide, dem Hauptgebiet des alten Bergbaus und bei Roda, dessen Bergbau mit zu dem Ilmenauer gerechnet werden muß, ist unbekannt. Schon seit dem 12. Jahrhundert soll nach Voigt an der Sturmheide Bergbau betrieben worden sein. Bis 1471 fehlen aber bestimmte Unterlagen.
Dem kleinen Städtchen hat der Bergbau reges Leben gebracht. Wieviel Bergleute ihr Brot in den Schächten fanden, ist nicht bekannt. Man geht aber sicher nicht fehl, wenn man die Zahl derer, denen der Bergbau Verdienst gab, auf einige Hundert veranschlagt.
Das wirtschaftliche Leben des Städtchens bekam durch den Bergbau einen Auftrieb. Zu Beginn des Dreißigjährigen Krieges hatte llmenau 376 Häuser und 436 Familien. Die Einwohnerzahl war zu dieser Zeit bei 2200 Personen. So ist das für diese Zeit nicht zu wenig. Und die Entwicklung der Siedlung aus kleinsten Anfängen zu einem ganz annehmbaren Städtchen, ist in erster Linie dem Bergbau zu verdanken.
Der Dreißigjährige Krieg hat die Stadt in große Schwierigkeiten gebracht. Die Lage Ilmenaus an der Nord-Süd-Verbindung (Erfürt-Nürnberg) brachte es mit sich, daß es hauptsächlich in der zweiten Hälfte des Krieges von Truppendurchzügen und, damit verbunden von Plünderungen und Mordbrennereien oft heimgesucht wurde. Der letzte Bergmeister H. Mahr Nach dem Krieg waren von den 376 Häusern noch 222 von 436 Familien noch 247 übrig. In dieser Zeit wurde dem Ilmenauer Bergbau ein vorläufiges Ende gesetzt.
1680 wurde dann der Bergbau im Ilmenauer Gebiet wieder aufgenommen. In dem ältesten Kirchenbuch von 1684 finden sich Angaben über zugezogene Bergleute von Ende des 17. Jahrhunderts bis Anfang des 18. Jahrhunderts. Es ergibt sich:
  • etwa 50 - 60 % aller Zugezogenen kommen aus Sachsen (Klingental, Johann-Georgenstadt und Annaberg)
  • etwa 25 % aus Thüringen (Suhl und Ruhla)
  • etwa 10 - 15 % aus Böhmen.
Bei letzteren ist kein Ort angegeben, die Herkunftsangabe lautet nur "aus Böhmen". 1691 wurde in Ilmenau ein Bergamt im Zechenhaus errichtet mit mehreren Schreibern und drei Geschworenen In den Jahren von 1693 - 1702 zeigte sich der Bergbau sehr ergiebig, so betrug die Ausbeute von Blei, Kupfer und Silber einem Wert von über 2 t Gold. Beschäftigte 500, zeitweise auch 800 Bergleute.
1748 starb der Förderer des Bergbaus, der Herzog Ernst August, am 3. November 1752 vernichtete der große Brand fast die ganze Stadt Ilmenau und 1756 brach der siebenjährige Krieg aus. So kam der Bergbau erneut zum Erliegen.
1784 wurde auf Initiative Johann Wolfgang von Goethe, der das Amt eines Bergbaudirektors inne hatte, ein letzter Versuch unternommen, den Ilmenauer Bergbau wiederzubeleben.
Doch in der Nacht vom 24. zum 25. Oktober 1796 wurde das durch viel Mühen und Hoffnung geprägte Unternehmen zunichte gemacht.
Ein Teil des Martinrodaer Entwässerungsstollens stürzte ein und besiegelte damit den Untergang des Ilmenauer Bergbaus.

Die letzten Versuche im Grubenfeld (Mittelfeld)

Im Jahre 1857 hat die "Sächsisch - Thüringische Karl-August-Schachtgebäude Kupferbergbau- und Hüttengesellschaft" in dem Ilmenauer Mittelfeld mit den letzten Versuchen begonnen. Bei der ehemaligen Gaststätte "Bergschlößchen" Weimarer Str. Ecke Friedrich-Ebert-Straße ist im Bereich Technikum der "Neuhoffnungsschacht" und von hier westlich der Hauptschacht "Karl August". Diesen Schachtgebäude ist noch erhalten.
Ende Januar 1859, wurde in einem Jahr und 7 Monaten der Schacht bis in eine Teufe von 52 Lachter (104 m) bis auf das Flöz niedergebracht.
Doch zeigte sich der Gehalt des Schiefers und der Sanderze an Metall so gering, daß sich die Gesellschaft im Jahre 1860 auflöste.
 
Weitere interessante Informationen finden Sie auf den Seiten des Goethe-Net unter der Rubrik "Der Amtsmann / Bergbau".
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