Der Stechberg auf der rechten Seite der Schobse, etwa 3/4 Wegstunden west-südwestlich der Stadt Gehren, hat drei auf denselben Gang bauende und aneinander anstoßende Grubenfelder aufzuweisen, die im hohen Grade fesselnden Braunsteinbergbau zu bieten versprechen.
In der dem Grubenbesitzer Friedrich König aus Langewiesen gehörenden Grube hat man vom Liegenden nachdem Hangenden zu, bei einer Gangmächtigkeit von 11 Lachtern (ca. 22 m ), vorzugsweise Schwerspat und mit Flußspat, Eisen- und Manganerze bunt durcheinander vergesellschaftet gefunden.
Es ist zu entnehmen, daß um 1860 Bergbau auf Braunstein betrieben wurde. Dem Flußspat und Schwerspat wurde keine Beachtung geschenkt. Die ersten Bergbauversuche im Grubenfeld Bergmanns-Hoffnung wurden auf der Schobseseite des Stechberges unternommen.
Bei der Aufwältigung des Schobsetal-Stollens, die 1936 vollendet war, hat man wiederholt die alten Baue angefahren.

Die geringwertigen Roteisen- und Manganerztrümer sind einmal am Liegenden- und einmal am Hangendsalband ausgeräumt worden.
Den beim Abbau dieser Trümer mitgenommenen Flußspat hat man als wertlos auf die Halde gekippt.
Auf der Haßbachseite des Stechberges waren die Ulrich- und Mämpelschächte bereits auf Flußspat angesetzt gewesen. Der Zeitpunkt des Niederbringes dieser Schächte, sowie der ersten Flußspatgewinnung ist unbekannt.
Um 1880 hat ein gewisser Engel aus Langewiesen das Grubenfeld Bergmanns-Hoffnung von der Maximilianshütte in Pacht genommen.
Engel hat zunächst im Bereich der Ulrich- und Mämpelschächte gearbeitet. und den Flußspat teils im Tagebau gewonnen.
Danach hat Engel vom oberen Stollen der Haßbachseite des Stechberges aus dem Abbau betrieben.
Um 1900 hatte Engel den von ihm angelegten tiefen Haßbach-Stollen soweit vorgetrieben, daß er nunmehr mit dem Abbau der großen Flußspatlinse unter der Haßbachseite des Stechberges beginnen konnte.
Die Abbauperiode unter Engel endete 1914 beim Ausbruch des ersten Weltkrieges.
Während des Krieges war die Grube stillgelegt. In den Jahren von 1880 bis 1914 wurden folgende Flußspatmengen gefördert:
1880 - 1900 ca. 2.000,-- t
1900 - 1914 ca. 7.000,-- t
Im Jahre 1920 wurde zwischen der Eisenwerkgesellschaft Maximilianhütte, kurz Maxhütte genannt, mit dem Sitz in Rosenberg /Oberpfalz und Herrn Gotthold Schumann, Holz- und Kohlenhändler in Gehren/Thüringen, ein Pachtvertrag abgeschlossen.

Die Maxhütte verpachtete an Herrn Schumann das ihr gehörige Grubenfeld Bergmanns-Hoffnung zum Zwecke des Abbaues von Flußspat.
Es war ausdrücklich untersagt, Raubbau zu treiben. Die Kontrolle über den Betrieb stand der Maxhütte jederzeit zu.
Herr Schumann war nicht berechtigt, in seinem Betrieb etwa anfallenden Eisenstein oder Braunstein zu verkaufen.
Würden diese Mineralien in seinem Bergbaubetrieb aufgeschlossen, so wäre er verpflichtet, der Maxhütte davon Kenntnis zu geben, damit sie über dieselben verfügen kann.
Würde die Gewinnung von Eisenstein und Braunstein in der Grube durch die Maxhütte selbst in Angriff genommen, so müßte Herr Schumann der Maxhütte die Mitnutzung seiner Grubenanlage unentgeltlich gestatten.
Der Vertrag trat am 05. Dezember 1920 in Kraft. Er hatte zunächst eine Gültigkeit bis 31. Dezember 1924.
Herr Schumann war nicht berechtigt, während der Dauer des Vertrages Flußspat für eigene Rechnung im Grubenfeld zu gewinne und zu verkaufen. ( 11)
Die Flußspatgrube war dann im Besitz von Gotthold Schumann und später seiner Ehefrau Anna Schumann.
Zuletzt gehörten die Gruben den beiden Söhnen Willy und Hans Schumann.
Ein kurzer Bericht über das Thüringer Flußspatwerk
Anna Schumann von 1938 - 1940
Inhaber oder Leiter des Unternehmens:
Inhaber - Anna Schumann
Leiter - Willy Schumann
In diesen Jahren hatte die Firma an Grubenfeldern:
Bergmanns-Hoffnung (Schobse/Haßbach)
Anna III ( Brandskopf)
Zahl der Beschäftigten:
|
1938 |
1939 |
1940 |
| Arbeiter |
35 |
25 |
27 |
| Angestellte |
1 |
1 |
1 |
| Familienangeh. |
2 |
2 |
2 |
Gezahlte Löhne und Gehälter:
|
1938 |
1939 |
1940 |
| Löhne |
59.000,00 |
56.000,00 |
52.000,00 |
| Gehälter einschl. der Familienangeh. |
9.300,00 |
10.700,00 |
11.200,00 |
| Verarbeitete Rohstoffe: |
|
1937 |
1938 |
1939 |
| geförderte Menge Rohspat |
7.324 t |
7.023 t |
6.670 t |
| verkaufte Erzeugnisse nach Wert ca. |
124.000 |
137.000 |
180.000 |
Am 18. Juli 1946 wurde die Firma Gebr. Schumann landeseigen.
Die Nutzung des Schwerspatganges wurde der Firma Wiesner & Co. (vormals Gebr. Schumann) überlassen.
1947 hat man in einem alten Stollen die stehengebliebenen Schweben abgebaut.
1950 begann man den Klara-Stollen aufzufahren. Das Mundloch des Klara-Stolles liegt auf der gleichen Seite des Brandskopf wie das des Tiefen Stollens.
Der Stollen erreicht nach 145 m den Gang, der dann erschlossen wurde.
In dieser Grube waren 1952 7 Bergleute, davon 2 Hauer, 2 Lehrhauer und 3 Schlepper beschäftigt.
Die Flußspatgrube in Gehren bestand aus den Gruben
Tiefer-Stollen
Haßbach-Stollen
Schobsetal-Stollen (Bergmanns-Hoffnung)
Anna III-Stollen
Der Tiefe-Stollen, auch Neuer Stollen genannt, erschloß das Feld Gabe Gottes.
Die Nutzung war, bevor er landeseigen wurde, der Fa. Schumann verliehen worden.
Die Zahl der Beschäftigten von 1946 - 1949:
1946 21 Beschäftigte
1947 26 Beschäftigte
1948 26 Beschäftigte
1949 32 Beschäftigte
Von diesen im Jahre 1949 beschäftigten 32 Personen waren 6 Bergleute für den Vortrieb des Neuen-Stollen (Tiefer Stollen) angesetzt.
Der Neue-Stollen wurde unter Leitung der Schacht- und Bohrfirma- VEB der Kohlenindustrie Nordhausen/Thür. - (vormals Gebhardt und König, Nordhausen) vorgetrieben.
Die Schacht- und Bohrfirma beschäftigt außer den vom Flußspatwerk Gehren gestellten 6 Bergleuten, weiter 8 Mann inkl. des leitenden Steigers.

Der Stollen verläuft in Richtung Brandskopf, unter dem Haßbachtal hinweg zum Stechberg.
1952 versorgte ein Kompressor, der am Tiefen-Stollen stand, den Schobsetal- und den Haßbach-Stollen mit Preßluft.
In dieser Zeit hatte die Flußspatgrube Gehren für den Tiefen-Stollen eine Grubenlok der Fa. Bleichort, Leipzig.
Der Haßbach-Stollen hatte bereits 1952 keinerlei wirtschaftliche Bedeutung mehr, da der durch ihn erschlossenen Lagerstättenteil erschöpft war.
Man nutzte aus Gründen der Wetterführung die Verbindung mit dem Haßbach-Stollen.
Der Schobsetal-Stollen war 1952 der einzige Stollen der Flußspat förderte und dessen Ertrag sich selbst, den Betrieb und die anderen Stollen aufrecht erhielt. Dies lag daran, daß die kosten für die Instandhaltung sehr gering waren. (12)
Die Betriebsabteilung Gehren besaß eine Aufbereitung , sowie eine Mühle, die am Ortseingang von Gehren lag (Schleiflochmühle).
Der Transport der Grubenförderung von der Grube zur Aufbereitung und der Transport der Fertigerzeugnisse von der Aufbereitung zum Bahnhof Gehren erfolgte mit LKW.

Bevor 1953 die Flußspatgrube Ilmenau und Gehren zum VEB Flußspatgrube Ilmenau-Gehren zusammengeschlossen wurden, gingen wesentliche Veränderungen vor sich.
Da die sozialen Einrichtungen im Grubenbetrieb nicht die Besten waren und die Belegschaft sich nach dem Teufen des Schorte-Schachtes vergrößert hatte, wurde ein neues Sozialgebäude, Kaue, Wasch- u. Duschräume geschaffen.
Die ersten Maßnahmen zur Erleichterung der schweren körperlichen Arbeit und zur Verbesserung des Gesundheits- und Arbeitsschutzes, sowie der technischen Sicherheit wurden realisiert.
Im Ergebnis dieser Entwicklung konnte die Produktion von Flußspat und die Arbeitsproduktivität wesentlich erhöht werden.
Als ein großer Teil der ersten Tiefbausohle im Revier Ilmenau aufgefahren wurde und der Flußspatvorrat im Talstollen Volle Rose zu Ende ging, wurde 1953 auf der 1. Tiefbausohle ein neues Sprengmittellager errichtet.
Am 23. Juni 1954 kam es im Revier Ilmenau auf der 1. Tiefbausohle zu einem Wassereinbruch. Die Sohle und der Schorte-Schacht standen unter Wasser.
In dieser Zeit wurden Kollegen von Ilmenau nach Gehren abgestellt, die restliche Belegschaft kämpfte um die Beseitigung der Folgen des Wassereinbruches. Nach kurzer Zeit konnte der Betrieb wieder aufgenommen werden.
Im Talstollen Volle Rose reichte die natürliche Bewetterung aus.
Als über das Überhauen 1 eine Verbindung zwischen dem Talstollen und der 1. Tiefbausohle resp. Schorteschacht geschaffen war, vereiste bei ungünstigem Wetterzug im Winter der Schorte-Schacht.
So wurde 1954 über dem Mundloch des Talstollens Volle Rose ein Lüfter errichtet und somit Zwangsbewetterung realisiert. Somit hatte man eine planmäßige Lenkung und Leitung des Wetterstromes im Revier Ilmenau geschaffen.
Der Holztransport von der Strecke zum Überhauen bzw. Abbau wurde von je her mit Hand durchgeführt. Zur Erleichterung der körperlich schweren Arbeit wurde in den Überhauen und später zu den Abbauen der Haspeltransport eingeführt.
Als im Revier Ilmenau die Streckenbegradigung von Querschlag 108 bis 112 durchgeführt und der Raum für den Schorte-Blindschacht aufgefahren wurde, kam 1955 der erste Überkopflader in unserem Betrieb zum Einsatz.
1956/57 wurde im Revier Ilmenau der Schorte-Blindschacht abgeteuft.
Er wurde von der 1. Tiefbausohle aus niedergebracht und diente zum Aufschluß der 2. Tiefbausohle im Revier Ilmenau.
Zur Sicherung der Energieversorgung wurde in Nähe des Blindschachtes auf der 1. Sohle eine Trafostation errichtet.
Nach Fertigstellung der Umfahrung Blindschacht wurde 1958 auf der 2. Tiefbausohle eine Lokladestation eingerichtet.

In unmittelbarer Nähe des Blindschachtes wurde ab 1956 auf der 1. Tiefbausohle ein Querschlag zum Aufschluß der "Plutogänge" vorgetrieben. Im Bereich der Plutogänge wurde ein Überhauen aufgefahren.
Dieses Überhauen wurde mit dem Brüderstollen (siehe Fa. Gebr. Messerschmidt) durchschlägig und diente zur Wetterführung und als Fluchtweg.
Im Gang "Genaue Uhr" (einer der Plutogänge) wurde auch ein Abbau eingerichtet, der aber nach kurzer Zeit ausgeerzt war.
Die Flußspatvorkommen erwiesen sich hier entgegen der Voraussagen als nicht abbauwürdig.
Die Richtstrecke auf der 1. Tiefbausohle, welche die Gruben Ilmenau und Gehren miteinander verbinden sollte und von der aus neue Spatlager erschlossen werden sollten, war 1957 bis unter das Bachbett der Schobse vorgetrieben, als unvorher- gesehene Wassermassen die weitere Auffahrung unmöglich zu machen drohten.
So wurde 1958 hier erstmalig im horizontalen Streckenvortrieb das Zementierverfahren angewandt.
Mit modernsten Preßluftgeräten wurden die feinsten Risse und Klüften im Gestein voll Beton gepreßt, dann wurde ausgeschossen, die Strecke aufgefahren und ausgemauert.
Das Mauerwerk wurde nochmals verpreßt und die Sohle wurde gegen Wassereinbruch betoniert. (12)
Um das Revier Ilmenau vor den Auswirkungen eines Wassereinbruches, der im Revier Gehren eventuell auftreten könnte zu schützen, wurde 1958 in die Rechtstrecke SE auf der ersten Tiefbausohle ein Dammtor eingebaut.
1959 wurde am Schorteschacht ein Notstromaggregat errichtet, mit dem eine Pumpe der Wasserhaltung in Betrieb gehalten werden konnte, falls Störungen in der Überlandeinspeisung auftreten sollten.
(Es handelte sich um einen Deutz-Diesel gekoppelt mit einem 75 KW Drehstromgenerator mit separater Erregermaschine).
Da die Grube Ilmenau und Gehren mit der ersten Tiefbausohle vereinigt werden sollen, hätte die veraltete Aufbereitung auf dem Löfflershammer sowohl quantitativ als qualitativ den gestiegenen Anforderungen nicht mehr genügt.
So wurde eine Zentralanlage im Schobsetal geplant.
Im Mai 1958 wurde mit den Vorbereitungsarbeiten zur Zentralanlage begonnen. Es wurde ein Großbohrloch bis zur 1. Tiefbausohle gebohrt. Zur selben Zeit wurde das obere und untere Planum für den Bau der Tagesgebäude vorbereitet.
Von 1959 bis 1962 wurde an Stelle des Großbohrloches der Zentralschacht geteuft. Durch das Großbohrloch wurde der beim Abteufen des Schachtes anfallende Abraum in einen Bunker auf der ersten Tiefbausohle gestützt.

Von da aus wurde der Abraum zum Schorteschacht gefördert. In dieser Zeit wurden auch die ersten Gebäude der Zentralanlage errichtet.
Anfang der 60er Jahre wurde ein neues Abbauverfahren eingeführt.
Es handelt sich um den "Abwärtsgeführten Scheibenbau mit planmäßigem Zubruchwerfen des künstlichen Daches" (Kurzbezeichnung "Scheibenbruchbau")
Die Charakteristik dieses Abbauverfahrens ist folgende:
als erstes wird ein Zentralüberhauen von einer Sohle zur höherliegenden Sohle getrieben.
Sodann wird unter der oberen Sohle die ersten Scheibe ausgeerzt.
Ist eine Scheibe abgebaut, wird auf der Sohle der Scheibe eine sogenannte
Matte ausgelegt. Die Matte stellt das künstliche Dach des nächsten Abbauzuges dar.
Sie besteht aus Kappen, auf die Maschendraht, Schwarten, Halbhölzer und ähnliche Materialien aufgelegt werden.
Nun wird am Zentralüberhauen tiefgebrochen, d. h. unter der Sohle der ausgeerzten Scheibe wird der Ansatzpunkt für die nächste Scheibe geschaffen. In diesem Raum wird das Gezähe und alle anderen Geräte und Materialien deponiert.
Nun wird die ausgeerzte Scheibe "zu Bruch geworfen", d. h. man bohrt die tragenden Ausbauelemente (Stempel) an, versieht sie mit Sprengladungen und sprengt den Abbau.
Der alte Mann legt sich auf die Matte auf. Sodann beginnt auf der nächsttieferen Scheibe wieder die Flußspatgewinnung.
Das bereits eingebrachte künstliche Dach- die Matte schützt die Bergleute vor hereinbrechenden Massen aus dem alten Mann.

Die Gewinnung des Flußspates erfolgt durch Bohr- und Sprengarbeit, bzw. mit Keilhaue und Abbauhammer von Hand.
Zur Abbauförderung wird je nach Lagerstättenmächtigkeit und Abbaulänge Schrapper, Schaufellader oder Bunkerlader eingesetzt. (13)
Anfang des Jahres 1968 zerstörte ein Brand die Schachtanlage des Schorteschachtes, das Fördergerüst wurde durch die thermische Belastung beim Brand unbrauchbar. Das Fahrtrum des Schorteschachtes diente noch einige Jahre als Fluchtweg.
In den Jahren 1968/69 wurde auf dem Stechberg ein Tagebau betrieben.
Im Kombinat Kali wurde 1970 der "VEB Fluß- und Schwerspatbetrieb" gebildet.
Zu dieser Zeit gehörte Ilmenau-Gehren noch als Werksabteilung zum Werk Schmalkalden.
Im Jahre 1972 wurde unser Betrieb wieder ein selbständiges Werk, Trägerbetrieb für die Werke wurde der VEB Fluß- und Schwerspatbetrieb Lengenfeld i. Voigtl.
In den Jahren 1971 bis 1974 wurde der zentrale Blindschacht von der 3. Tief- bausohle aus niedergebracht. Seine Teufe beträgt bis zur 7. Tiefbausohle 200m.
Als die Zentralanlage in Betrieb ging und der Transport von Material und Produkten per LKW nach Gehren abgewickelt werden mußte, wurde die Belastung für den Weg von der Schobsemühle zur Zentralanlage zu groß, so daß 1972 vom Werk eine befestigte Straße gebaut wurde.
Auf den Begleitgängen des Floßberggangzuges baute die Firma "Wiesner & Co" (ehem. Gebr. Schumann) im Schobsetal Schwerspat ab.

1972 übernahm das Werk diese Privatgrube als "Revier 3 " in Volkseigentum.
1974 wurde in der Förderung auf Abbauen mit über 40m Flügellänge erstmals ein Bunkerlader (LB 125) eingesetzt. Der Bunkerlader ermöglicht nicht nur eine rationelle Förderung des Haufwerkes auf dem Abbau, sondern gestattet auch den horizontalen Holztransport, welcher bisher von Hand durchgeführt werden mußte. Somit wurde wiederum ein Teil der schweren körperlichen Arbeit der Kumpel mechanisiert.
Zentraler Holzplatz des Werkes wurde der Holzplatz am Tiefen-Stollen. Das Holz wurde mittels Holzwagen zum Holzeinwurf im Neuen Tiefen-Stollen transportiert.
Hier wurde das Holz wieder ausgeladen und in ein Stahlrohr geworfen. In diesem Rohr fiel das Holz durch Eigengewicht bis auf die erste Sohle. Hier wurde es wieder auf Holzwagen geladen und in die Abbauquerschläge gefahren.
Nun wurde wiederum entladen.
Der Transport durch das Überhau auf den Abbau erfolgte mittels Haspel und Transportschlitten. Um diese zeit- und kraftaufwendige Arbeit zu rationalisieren wurde ab 1975 der Holztransport auf Containertransport umgestellt.
Spezielle Container (Bündelgefäße) werden auf dem Holzplatz beladen , über den Neuen Tiefen Stollen - Containerüberhau - bis zur entsprechenden Sohle, von hier weiter in den entsprechenden Querschlag und dann mittels Elektrowinde bis auf den Abbau transportiert.
Das zeitraubende, kräftezehrende und unfallträchtige vielmalige Umladen des Holzes entfällt also bei dieser Technologie.
Um die körperlich schweren Arbeiten auf dem Holzplatz zu erleichtern wurde 1979 ein Dieselgabelstapler angeschafft.
Da das Grubenfeld immer größer wurde, reichten die vorhandenen Lüfter zur Bewetterung nicht mehr aus. So wurde an den Feldgrenzen im Haßbachtal und im Schortetal 2 neue Hauptgrubenlüfter mit dazugehörigen Grubenbauen (Wetterüberhauen, Wetterquerschläge) errichtet.

Diese beiden Lüfter gingen 1980 in Betrieb, die beiden alten Lüfter wurden verschrottet.
Im September 1980 wurde im ehemaligen Grubenfeld "Prinz Carl" (Thiemtal) ein Tagebau vorgerichtet. Dieser Tagebau ist heute noch in Betrieb.
Um auch auf dem Abbau die gesundheitschädigenden Bohrarbeit mit Bohrstütze abzulösen, wurde 1984 der erste Kleinbohrwagen (BW 1217) eingesetzt.
Durch die Einführung von Maschinen und Geräten Untertage, können höhere Leistungen bei geringeren körperlichen Einsatz der Bergleute erzielt werden.
Die bergmännischen Gezähestücke wie Keilhaue, Beil etc., dienen heute nur noch als Handwerkszeuge bei Nebenarbeiten. Der früher so notwendige Bergschmied, tägllich verschlissene Werkzeuge schäfte, ist größtenteils durch Schlosser und Elektriker, welche die Maschinen und Aggregate warten und instandhalten, abgelöst worden.
Die neue Technologien, Maschinen und Anlagen stellen gleichzeitig auch eine wesentliche Erhöhung der Sicherheit Untertage dar.