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Betrieb im Jahre 1921
Betrieb geht z. Zt. nur im Grubenfeld Michael um. Früher wurde auch im Felde Prinz Carl gearbeitet. Abgesehen von dem Tagebau ist aber hier nur bei der Vorrichtung anfallender Flußspat gewonnen worden. Derselbe wurde mit Pferde-Fuhrwerk auf der Landstraße nach der Station Gehren verfrachtet. Wegen dieses umständlichen Transportes ist der Betrieb im Prinz Carl, trotzdem da die Gewinnungskosten besonders niedrig gewesen sein müssen, eingestellt worden. In Michael geht Gewinnungbetreib über der dritten Stollensohle um. Der Abbau ist ein gewöhnlicher Firstenabbau. Die Versatzberge werden in Bergmühlen gewonnen. Die Gewinnung erfolgt teils durch bloße Keilhauenarbeit, größtenteils aber durch Sprengarbeit unter Verwendung von Druckluftbohrhämmer, für die ein kleiner, durch einen Ölmotor angetriebener Kompressor über Tage steht. Es ist kein nennenswerter Gebirgsdruck vorhanden, Holz wird deshalb in den Ausbaustrecken nur im mäßigen Umfang verwendet. die Gesamtbelegschaft beträgt 25 Personen (einschließlich der in der Wäsche beschäftigten), von denen höchstens 16 Personen unter Tage arbeiten. Mit dieser Belegschaft wurden im Durchschnitt des laufenden Jahres rund 10,4 t Flußspat arbeitstäglich gewonnen. Von dieser Menge sind
6,11 t Stücke - Flußspat und
3,27 t Grubenförderung
das ist mulmiger, durch geringe Verunreinigungen rötlich gefärbter Flußspat, der metallurgischen Zwecken dient. Das Fördergut wird vom Stollenmundloch mittels eines Bremsberges bis auf die Talsohle gebremst. Vom Endpunkt des Bremsberges führt einen 2,5 km lange Feldbahn, mit teilweise auf der Landstraße liegenden Gleisen, bis zur Station Grenzhammer. Das Gefälle dieser Bahn ist sehr stark. Die beladenen Wagen werden deshalb zu Tale gebremst, während die leeren Wagen von Pferden zurückgeschleppt werden. Die Pferde sollen aber demnächst durch eine bereits bestellte Benzol-Lokomotive ersetzt werden. Auf der Station Grenzhammer besitzt die Gesellschaft ein umfangreiches Wiesengelände, auf dem sich eine Kanzlei und eine Aufbereitungsanlage befinden. Die Aufbereitungsanlage wird durch eine 16-pferdige Turbine betrieben, die ihr Aufschlagwasser aus einem Sammelteich bezieht. Da aber nicht immer genügend Wasser vorhanden ist, ist eine Reserve-Dampfmachine mit Kessel aufgestellt. Die Aufbereitungsanlage besteht aus einem Steinbrecher, einer Sortiertrommel, einem Klaubetisch, zwei nicht kontinuierlich arbeitenden einsiebigen Setzmaschinen, einem Trockenofen, einem Kollergang und zwei Mahlgängen. In dieser Anlage wird das geförderte Haufwerk, mit Ausnahme der "Grubenförderung" einem Aufbereitungsprozeß unterzogen. Die bei der Aufbereitung entstehenden Abgänge machen aber nur weniger als 5 % des aufgegebenen Gutes aus. Ein Teil der aufbereiteten Stücke wird getrocknet und zu Mehl, von eben noch fühlbarer Feinheit, gemahlen. Die Aufbereitungs- und Mahlanlage ist vollständig veraltet. Sie macht viel Handarbeit erforderlich, welche in einer neuen Anlage auf ein Minimum reduziert sein würde. Für die heutige Produktion und selbst für das Doppelte derselben, genügt sie aber vollständig. Beschäftigt sind in der Anlage neben einem Obermüller noch 3 Mann und 3 bis 4 Mädchen, die in der Klaubung tätig sind. Die Produktion der Aufbereitung wird z. Zt. noch mittels Pferdefuhrwerk nach der nahe gelegenen Eisenbahnstation Grenzhammer gefahren und dort verladen. Ein normalspuriges Anschlußgleis von rund 150 m Länge, von der Station bis in die Höhe der Aufbereitungsanlage, ist aber im Bau und wird demnächst in Benutzung genommen werden können. Der umständliche Pferdetransport wird dann fortfallen.
 
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