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Die bergmännische Gewinnung
So wie im Gangbergbau seit Jahrhunderten üblich, begann man zunächst mit der Gewinnung tagesnaher, bauwürdiger Partien im Tagebau. Eine Vielzahl von übertägigen, z. T. noch erkennbaren Ausräumungen sind typisch für diese Gewinnungsperiode. Die Gewinnung uta begann in den standfesten Gangpartien, meißt relativ geringmächtig, aber hochprozentigen Spat im Firstenbau, ohne systematisch eingebrachten Versatz. Als Ausbau dienten hier starke Spreizen, die vom Hangenden zum Liegenden geschlagen und als "Hüpfhölzer" bezeichnet wurden. Auf diesen Hüpfhölzern wurde gearbeitet und sie dienten gleichzeitig als Aufstieg. In mächtigen tagesnahen Gangabschnitten wurde der Trichterbau praktiziert, d. h. ausgehend von einem Stollen wurden in Abständen von 20 - 30 m Höhe Überhauen aufgefahren, die dann von oben nach unten bis zu den Lagerstättenbegrenzungen trichterartig erweitert wurden. Eine planmäßige Gewinnung erfolgte mit der Anwendung des Abbauverfahrens Firstenstoßbau, der in seinen verschiedensten Varianten in der Folgezeit das dominierende Abbauverfahren war. Beim Firstenstoßbau erfolgt der Abbau von einer Grundstrecke aus firstenweise (von unten nach oben gehend). Es handelt sich um ein Abbauverfahren mit Versatz, das im Gangbergbau bei steiler Lagerung angewendet wird. Das Mineral (Flußspat) wird von der Firste her hereingewonnen, indem man dieses durch Schießen oder mit Abbauhammer löst. Am Ende eines Abbaues wird ab First ca. 2 m hochgebrochen, damit man von dem vorangegangenen Abbauzug die First als Strosse hat. Nachdem 3 bis 4 m Länge des höher liegenden Abbauzuges abgebaut sind, wird das Haufwerk (Flußspat) auf dem darunter liegenden Abbauzug mit Schiebekarren oder Abbauhunt in die Rolle gefördert. Wenn der Flußspat weggeräumt ist, wird auf dem oberen Abbauzug ein Bergeort im Hangenden vorgerichtet. Ist der obere Abbauzug bis zur Strosse mit Bergen versetzt, hat man die Firste des vorangegangenen Abbauzuges als Strosse des oberen Abbauzuges. Da nunmehr ein Stoß des oberen Abbauzugens entstanden ist, kann von hier weiter abgebaut werden. Sind dann ca. 4 bis 5 m des oberen Abbauzuges abgebaut und das Haufwerk geräumt, wird der untere Abbauzug kontinuierlich von dem oberen Abbauzug bis zum Stoß wieder versetzt. Ist der Abbauzug ausgeerzt, wird der Abbau, nach oben fortschreitend, so weiter geführt.
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Im Oktober 1917 befanden sich eine Grubenbahn vom Bahnhof Grenzhammer zum Stollenmundloch der Grube Michael und ein Bremsberg im Bau. Oscar Prieger leitete seinen Betrieb schon 20 Jahre und beschäftigte zu dieser zeit einen Steiger sowie Belegschaft von ca. 15 bis 20 Mann. Oscar Prieger hatte zu dieser Zeit vor seinen Betrieb zu verkaufen, da er nunmehr 60 Jahre alt geworden war und die Jahre, die er noch zu leben hatte mit Reisen und der Jagd verbringen wollte. Er glaubte lange genug in Ilmenau gearbeitet zu haben. Er würde aber das Flußspatwerk nur verkaufen, wenn er einen sehr guten Preis dafür bekomme. Auch die Friedrich Krupp AG in Essen führte u. a. wegen Erwerbs der Flußspatgrube Verhandlungen mit Prieger. Man war aber der Meinung, daß das Vorkommen auf die Dauer den Krupp´schen Bedarf nicht decken kann.
 

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